Sowohl als auch: Social-Media von Agenturen für Unternehmen

Gestern beim Twittwoch Ruhr entspann sich eine angeregte Diskussion nach einem Impulsvortrag von Herrn Hirnrinde über die Frage ob Social-Media unbedingt von Leuten aus dem Unternehmen selbst gemacht werden muss oder ob es nicht auch opportun sei dass Agenturen die Strategie des Unternehmens steuern und begleiten würden. Selber twittern versus fremd twittern lassen also. Anders gefragt: Kann eine Agentur so authentisch sein wie eine Einzelperson aus dem Unternehmen selbst?

Ich sehe da keinen Widerspruch, kein Paradoxon, nichts was konträr sich gegenüberstehen würde. Eine Agentur kann, sofern sie transparent, freundlich und authentisch – da haben wir die Vokabel wieder – durchaus ein Gesprächspartner auf Augenhöhe sein. Natürlich würde ich einer Agentur auf Twitter auch nicht folgen – obwohl das, gegen wir es zu, wir das aus beruflichen Gründen natürlich machen, klar, irgendwie müssen wir ja den Markt an sich beobachten, so ehrlich sollten wir schon gegenüber uns sein – wenn sie nur lauter PR-Blabla von sich geben würde.

Das Web2.0 ist keine Einwegstraße, wer das nicht von vornherein einkalkuliert hat sollte bei Feedbackformularen bleiben. Ich sehe aber nicht, warum ein konstruiertes Herz, wie das jemand beim StartCamp so schön formulierte, nicht auch kräftig und lebendig schlagen können sollte. Und wenn ein Unternehmen ernsthaft ins Web2.0 möchte und dafür dann keine Ressourcen hat  – weil es zu klein ist, weil die Leute davon keine Ahnung haben, Gründe gibts genügend – dann ist es immer noch besser sich jemanden von außerhalb ins Boot zu holen der das kann und der zwei von drei Voraussetzungen mitbringen sollte: Verständnis der Technologie, Verständnis von Kommunikation, Liebe zum Job selbst. (Also ihr wißt schon: Einen Job machen weil man ihn machen möchte… Oder wie ich es mal formulierte: Es ist das Herzblut, Stupid. Illusorisch, ich weiß…)

Das eigentlich Problem ist aber ein anderes: Agenturen, die vielleicht von den Inhalten getötet werden demnächst, verstehen in der Regel halt nur dass das Web2.0 ein weiterer Kanal für das Herausblasen von Pressemitteilungen oder das Schreiben von Tweets wie “Boah, wie toll wir mal wieder sind” ist. Momentan entspannt sich ein Hase-und-Igel-Laufen zwischen Kunden und Agenturen: Die Kunden sind schon ganz weit vorne und wollen Social Media, während die Agenturen hechelnd hinterherlaufen und versuchen ein Widget in die Webseite einzubauen…

Selbst wenn das Herz konstruiert ist muss es ja nicht ohne Liebe sein.


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