Monatsarchiv: Juli 2010

Startcamp Essen: Doch noch ein Resümee

Bevor es ganz aus der Erinnerung verschwindet dann doch noch einige Notizen zum Startcamp in Essen aus persönlicher Sicht. Die Open-Air-Planungssession habe ich verpasst, weil ich in der Postfiliale am HBF noch was regeln musste. Und zudem: Eine halbe Stunde länger Schlaf musste dann doch sein nach dem Traumzeit-Tag vorher, ich hoffe man verzeihts mir. :-) Da ich aber nicht vorhatte eine Session anzubieten konnte ich mir die Verspätung leisten und kam gerade zum richtigen Panelbeginn.

Spontan entschied ich mich dann für das Thema Netzlabel. Auf dem Balkon draußen vor 107. Cool, man darf da endlich drauf. Simon Bierwald, den ich seit dem BarcampRuhr2 kenne, meine Güte, ist das wirklich ein Jahr her?, erzählte ein wenig über das kleine aber feine Rec12, bei dem er aktiv ist. Neben Laut.fm bespielt das Netzlabel Bandcamp, Archive.org ist eher so für die Archivierungszwecke gedacht. Den Eindruck, dass die manchmal stinklangsam sind konnte ich bestätigen. Ansonsten drehte sich dann die Frage um CC-Lizenzen, wobei Simon das mit der Nicht-Kommerziell-Verwendung ansprach – und auch gleich meinte, das könne man ja umgehen wenn man ein „Share Alike“ nehmen würde. Große Firmen würden ja wohl kaum ihre Sachen unter einer Share-Alike-Lizenz veröffentlichen… Darüber muss man nochmal nachdenken, im Prinzip aber sollte man auch bei CC-Lizenzen immer darauf achten was für eine Lizenz angegeben ist. Wobei sich mir dann später die Frage stellte: Muss man als Blogger dann nochmal darauf achten dass die Blog-CC-Lizenze 100% mit der anderen übereinstimmt? Sprich: Wenn ich im Blog nur eine NC-Lizenze habe, das Bild aber unter einer NC-BY steht, darf ich das dann eigentlich wirklich noch bringen? Genügt dann der Link zurück zur Linzenz? Knifflig…

Zurück in die Praxis: Das nächste Panel stellte den Pinhole-Day vor. Es gibt Menschen, die am letzten Apriltag mit der Lochkamera – ja, total analog – photographieren und dann einen Monat lang Zeit haben das ins Netz zu stellen. Bilder wie diese kommen dann heraus. Wie erreicht man dort neue Follower? Ha.Wi und Kehrseite stellten die Frage wobei Kehrseite das Ganze von der Eventveranstalter-Seite betrachtete und allgemein mal schilderte was man so im Web2.0 als Veranstalter macht. Einiges kam mir sehr bekannt vor. ;-) Erkenntnisse gabs dann auch.

Beim Mittagessen – ich empfehle das UPH immer gerne was das anbelangt, die machen wirklich tolles Essen mit viel Grünzeug – gabs lockeren Austausch miteinander. Also Gelgenheit zum Networking im Real Life.

Was machen Agenturen eigentlich im Web2.0? Während manche meinen, Agenturen wären derzeit eher obsolet weil man sie dank DIY ja eigentlich nicht mehr braucht mit den sozialen Angeboten im Netz stellte sich heraus, dass Agenturen sehr wohl gebraucht werden wenn es darum geht die schützende Position eines Schäferhundes zu leisten, der das Rudel nicht zwickt sondern einfach nur beisammen hält. Sicherlich kann man auch alles selbst machen – hier eine Parallele zum Netlabel-Panel übrigens – aber manche Leute möchte das einfach gar nicht. Claudia Pirc von Kulturwerkzeug jedenfalls brachte anhand einer Ein-Wort-pro-Folien-Präsentation ihre Gedanken zum Thema dar.

Raus aus dem Klimasaal ab in den nächstgrößeren. Ebenfalls von Claudia veranlasst war das Panel: „Automation versus Handgemacht“ – eine offene Diskussionsrunde zum Thema wieviel Automatismen verträgt das eigene Web2.0-Angebot. Auch drin die Frage, wie man zu Events einladen solle – Claudia gab das Druckluft als Beispiel, das bei Facebook ja präsent ist, aber Dutzende von Veranstaltungsanfragen raushaut – was einfach nerven kann auf die Dauer. Die richtige Balance zu finden ist dabei recht schwierig, etwas Automatisierung schadet wohl nicht aber wann der Punkt erreicht ist, dass es zuviel ist – sehen wir von den Fallstricken der Endlos-Loops ab weil man ja alles mit allem verbinden kann – das ist eine Frage, die auch wir nicht beantworten konnten. Hingewiesen wurde darauf, dass Facebook recht gut als Tool ist, aber die Verbindungsmöglichkeiten manchmal recht beschissen sind – Beiträge von Posterous kann man nicht teilen, man kann sie nur mögen, ähnlich ist das mit anderen Dingen.
Besser man zeigt den Kunden zuerst das händische, dann das automatische – so eine Empfehlung. Und: Social Media kann nicht von Leuten gemacht werden, die nicht brennen. Es muss ein Herz dasein, eine Geschichte. Mag diese Geschichte auch konstruiert sein so wie das Herz – Social Media funktioniert nicht ohne ein wenig Begeisterung. Was ein Fehler der meisten Firmen im Web2.0 ist: Sie nutzen es als neuen Push-Kanal für Werbung, sind aber nicht bereit zuzuhören. Abschalten der Pinnwand-Funktion bei Facebook etwa oder ignorieren von Kommentaren.

Und dann wars auch schon wieder vorbei, weil ein seltsames Raumzeitkontinuums-Ereignis alle schwarzrotgold anmalte und in einem klimatisiertem Saal ein Schland-Loch erzeugt wurde – glücklicherweise war ich schon jenseits der Realitätsverzerrung und konnte noch etwas vom Buffet des UPHs ergattern.
Allgemeines Resümee: Ja, sicherlich lag der Focus mehr auf Technik und Tools als auf Kultur. Bestimmt wäre es auch spannender gewesen wenn sich die eigentlichen Kulturmacher – die Leiter von Museen, Bibliotheken etc. pp. – in die Dikussion mit eingemischt hätten oder einfach mal dagewesen wären. Ich vermute, die werden eher im September bei der StartConference anwesend sein. (Dann sollte man aber bitte nicht über die hohen Preise meckern, es wäre ja möglich gewesen für wenig Geld bzw. dann für lau beim StartCamp anwesend zu sein.) Vermißt habe ich auch Studenten der UDE, schließlich lernen die ja da auch Kulturwirtschaft und einen besseren Ort zur Fortbildung gibts eigentlich nicht als ein Barcamp. Aber: Es war eine großartige Organisation, die Gespräche haben viel Spaß gemacht, mal wieder Tipps und Tricks mitgenommen. Alles in allem also für mich persönlich mal wieder lehrreich. Demnächst dann mal ohne Fußball und Gewitter. :-)


Huch, da fehlt was?

Genau. Auf Bitten von Christoph habe ich den Artikel mit dem Youtube-Video offline genommen – es ging dabei nicht um den Text sondern nur um das Videointerview an sich. Da scheints Abstimmungsprobleme gegeben zu haben, dem Wunsch das Offline zu stellen komme ich dann selbstverständlich gerne nach.


links for 2010-07-06

  • "Vielleicht spielt facebook nächsten Sommer keine große Rolle mehr. Vielleicht verschwindet MySpace völlig von der Bildfläche. Und vielleicht hat es sich in einem Jahr längst ausgetwittert. Deshalb wird aber die “Idee” Social Media nicht verschwinden. Dann kommen eben neue Plattformen und Communities, in denen sich die Menschen austauschen, mit Unternehmen und Organisationen interagieren und Content generieren. Social Media werden weiter an Bedeutung gewinnen und für Marketing und Industrie schon bald nicht mehr wegzudenken sein."
    (tags: web2.0)
  • Die Wolfenbütteler Online Sprechrunde soll es Nutzern
    der Bibliothek ermöglichen, einzelne Seiten (z.B. Titelseiten,
    Seiten …
  • Photo: Christoph Müller-Girod
    Mehr davon gibts im Traumzeit-Blog. :-)
  • Schlagwirbel, Jazzpunk und Intensivindependent
     

    Normalerweise stehen Perkussionisten im Orchester ja sehr versteckt hinter all den Geigen, Trompeten, Posaunen und Bässen. An diesem T …


Irgenwas ist dann inkonsequent hier

Ich verstehe es ja, wenn Bibliothekare sich fragen was sie auf der Start-Conference sollen. So wegen Geld und Zeit und so und überhaupt. Doch, das kann ich durchaus nachvollziehen – der Bildungsurlaub ist ja auch irgendwann mal aufgebraucht. Im letzten Jahr war kein Kollege vor Ort meine ich.

Was ich dann aber wiederum nicht verstehe ist, wenn es das Angebot eines Barcamps aka Startcamp Essen gibt, warum das im Ruhrgebiet von den Kollegen nicht genutzt wird. Ich erwarte ja nicht, dass die „jungen wilden Bibliothekare“ aus dem Norden extra runtergedüst kommen um über Kultur und Internet und Web2.0 zu diskutieren – die waren ja schon beim Bibcamp, so wie ich ;-) – aber offensichtlich scheint das Ruhrgebiet irgendwie nicht in der Bibliotheksbranche Web2.0-begeistert zu sein…

Vielleicht sollte ich nochmal in der Inetbibliste auf den Openeday hinweisen, der an diesem Wochenende an der Uni ist, vielleicht ist das ja eher der Bereich für die Branche, da gehts um Elearning und Co…


links for 2010-07-05


Traumzeitfestival: Drei ereignisreiche Tage

Photo: Christoph Müller-Girod

In diesem Jahr war ich als Blogger und Berichterstatter beim Traumzeitfestival unterwegs – was man in diesem Blog vielleicht so zwei-, dreimal gesehen und gemerkt haben könnte. Ein persönliches Fazit zu ziehen fällt mir dabei unheimlich schwer, weil man drei Tage lang mit supertollen Bands, interessanten Menschen und wunderbaren Eindrücken angefüllt wird – dann da noch Highlights rauszusuchen – schwierig.

Eines aber steht jetzt schon fest: Die DVG sollte gefälligst auch am Samstag nach Eins Bahnen vom Landschaftspark Nord anbieten und wenn man schon ein großes, sehr großes Festival hat sollte man ja wohl auch den Takt der Bahnen erhöhen können – dass ich am Samstag nach Hause kam war nur dem Umstand zu verdanken, dass ich dann doch sorgenvoll mich auf den Weg machte. Ansonsten wäre wieder eine Fußpartie wie letztes Jahr beim Sommerkino am Start gewesen – na ja, ich hätte auch in Taxis nehmen können, man lernt ja – aber wirklich, liebe DVG…

Ich finde es enorm mutig von den Machern des Festivals, dass sie nicht nur analog sondern auch digital sich engagiert haben – Livestream war installiert und ich denke auch der Rest des Teams hatte während der Tage nicht nur jede Menge Arbeit sondern auch jede Menge Spaß. Eine genauer Zahlenauswertung folgt dann wohl noch später – wenn ich mir die Zugriffszahlen bei Posterous so anschaue vermute ich aber, dass wir durchaus etliche Menschen erreicht haben werden. Jedenfalls: Es war aufregend und wunderbar. Ich freue mich aufs nächste Jahr, egal ob dann als normaler Besucher oder als Teil des Teams. ;-)


links for 2010-07-04


links for 2010-07-03


links for 2010-07-02

  • "Die Verlage wollen natürlich weiterhin die vielen Nutzer auf ihren Seiten haben, die über die Suchmaschinen und News-Aggregatoren auf ihre Seiten kommen. Dass diese Dienstleistung von Google und Co. kostenlos erbracht werden, reicht ihnen aber nicht. Sie wollen dazu auch noch Geld von den Dienstleistern. Eine verkehrte Welt: Üblicherweise bezahlt man einen Dienstleister, wenn er für einen tätig wird und nicht umgekehrt."
    (tags: johournaille)
  • "Es steht jeder Partei frei, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, wie es die Linkspartei mit Jochimsen getan hat – doch wenn die Kandidatin zurückzieht, hat man sich für einen der anderen Kandidaten zu entscheiden. Kann ich nicht, gibt es nicht. Will ich nicht, ist Demokratieverweigerung."
    (tags: Politik)
  • Bezieht sich zwar auf XING aber man kanns generell anwenden. Ergänzend: Es kommt natürlich auch immer auf das Event ein. Eine Einladung zum Star-Trek-Stammtisch in Hintertutzingen ist für Duisburg nicht interessant, der BuCon in Dreieich-Buchschalg aber als größeres Event selbstverständlich. Insofern: Prüfet alles…
    (tags: Internet)

links for 2010-07-01

  • "Ebenso waren wir uns einig, dass die Media-, Kommunikations-, Marketing- und Technikkompetenz in Duisburg für das Social Web ein sehr hohes Niveau hat und wir uns nicht mehr gegenseitig Basics erklären müssen." – Was ja nicht heißt, dass wir das nicht gerne auf Anfrage tun würden, wobei ich momentan nicht weiß wie gut das VHS-Programm in Duisburg zu Web2.0 angenommen wurde.
    (tags: Duisburg)
  • Die Behauptung, dass SPD und Grüne Parteien seien, die “dieselbe neoliberale-kriegstreiberische Politik” wie Schwarz-Gelb betreiben würden, ist sachlich falsch. Über solche Bemerkungen, zum Beispiel durch die progressive Katja Kipping, habe ich mich schon 2005 geärgert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Linke weiterhin rot-grün-roten Perspektiven so harsch verweigern wird.
    (tags: Politik)
  • “Gerüchten zufolge” sei Wulff gewählt, 625 Stimmen habe er bekommen. Obwohl in der Debatte um die Köhler-Wahl 2009 das Verschweigen von Ergebnissen bevor sie offiziell verkündet wurden auch als Frage des guten Stils bezeichnet wurden, platzt er gleich mal damit heraus. Ulrich Deppendorf, das lebende Twitter.
    (tags: Journalismus)
  • Die Künstlerin Sashiko aus Kyoto verwandelt einen Baum auf der St.  Johann Str. In Hochfeld in einen HHoffnungsbaum.  Über 100 Wünsche wurden heute nach japanischem Brauch aufg …

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