Man könnte meinen ich würde generell und prinzipiell die Kollegen von der WAZ mit konstruktiver Kritik belegen. So aus Prinzip. Also: Ein Troll sein was die WAZ anbelangt. Nicht unbedingt.
Wißt ihr – ich bin Autor, Texter und Blogger. Der Unterschied zwischen den drei Begriffen sollte klar sein. Wobei das Wort Texter einen etwas anrüchigen Klang haben könnte, aber irgendwer muss ja auch mal die Dinge machen, die Journalisten so gerne kommentarlos übernehmen. Pressemitteilungen z.B. Das machen ja keine Journalisten in der Regel – die schreiben die Dinger ja meistens nur um – sondern halt Texter oder die PR-Abteilung. Texter passt also durchaus auch auf mich zu, Autor – na ja, da gibts so einen Roman von mir und Blogger ist eh klar. Sagen wir: Blogger mit großem enthusiastischem Fortbildungseifer. Gut, ich habe mal Nachrichten fürs Radio geschrieben, daher weiß ich zumindest wie Nachrichten sein sollten. Pyramidenprinzip, ihr versteht? Hufeisen oder so.
Daher bin ich eigentlich ein ganz kleines Licht was die Beurteilung von journalistischen Begebenheiten angeht. Nur: Ich habe Standards. Die mag man nicht immer in den Texten von mir wiederfinden, aber ja, es gibt sie. Vor allem was journalistische Texte belangt. (Mag sein, dass meine Pressekonferenz-Mitschriften viel zu lang sind, ja, dass manchesmal auch ich deftig in den Bratwurstjournalismus geriet, okay, Fehler passieren.)
Genau: Fehler passieren. Und ich finde das auch gar nicht schlimm wenn man Fehler macht, weil man nur so lernen kann.
Allerdings: Die Standards, die die WAZ momentan hat, die sind – sagen wir – aus meiner Perspektive irgendwie so – niedrig. Ich verstehe es ja durchaus wenn man über nette Tiere, verlorene Schmusetierchen auf der A40 oder andere Themen berichtet, die halt im Lokalen passieren – ehrlich gestanden: Würde ich auch glatt machen. Aber ich habe den Eindruck, dass diese Art von Journalismus in der WAZ bzw. dem Westen immer mehr und mehr wird. Das, was mich wirklich vor Ort interessieren können könnte, das ist irgendwie aufgefressen worden vom Seichtem, in dem man nicht ertrinken kann.
Warum lese ich eine Lokalzeitung? Weil mich Lokales interessiert. Weltnachrichten kriege allerorten nachgeworfen – das, was vor Ort direkt passiert, das ist es doch was mich interessiert als Leser. Diese Nachrichten möchte ich dann auch in einer guten Qualität vorliegen haben. Hey, das mit dem Qualitätsjournalismus war ja nicht meine Idee als Blogger, das Ideal kam von den Journalisten selbst. Insofern: Wenn Journalisten als ständig was von Qualität faseln, möchte ich das auch lesen.
Tue ich aber nicht.
Also nicht ständig.
Seltenst.
Und genau das ist das Problem: Journalisten genügen den hohen Idealen öfters nicht, die sie aufstellen. Nicht alle Journalisten per se sind so, es gibt Journalisten, die ich auch sehr gern lese und habe.
Aber wenn man Ansprüche in die Welt setzt und sie dann nicht hält darf man sich schon fragen, warum das nicht der Fall ist. Und in der WAZ finde ich die Qualität einfach nicht. Das Meiste was ich finde sind Agenturmeldungen oder abgedruckte – noch nicht mal umformulierte, die PR-Abteilung freut sich immer sehr darüber – Pressemitteilungen. Nichts gegen Meldungen und Pressemitteilungen. Um Gottes Willen.
Warum ich dennoch DerWesten.de besuche? Na ja, die RP hat halt eine gewisse Tendenz, die ich als Ergänzung zum Westen zwar gut und richtig finde, aber alleine die RP? Oh dear… Und es gibt ja Dinge, die manchmal gut sind bei DerWesten. Schreibe ich dann ja auch. Ist ja nicht so als ob ich die generell verdammen würde, nein. Andererseits ärgere ich mich IMMER über Wackler, Schubser oder andere Dinge in meinen Webvideos – einfach weil ich für den Inhalt geradestehe und einen bestmöglichen machen möchte. Wenn ich dann so mal die WAZ-Videos anschaue, die nach dem Weggang des Videopunks entstanden sind – uiuiuiuiuiuiuiui…


25. Juli 2010 um 9:56 vormittags
[...] Die WAZ und ich | eine Hassliebe (Nur mein Standpunkt) – [...]