Monatsarchiv: November 2009

Wie rettet man eine Zeitung – das Musical

BOOBS!


Alleinstellungsmerkmal streichen – aber er ist dann billiger

Ich habe ja mit einigem Amüsement und gewisser Skepsis dieses Gehype um den angekündigten TXTR-Reader verfolgt. Ja, das ist ein Ebook-Reader, richtig. Aber anders als Kindle, Sony und Co. – die übrigens in der aktuellen CT getestet werden, der TXTR ist ja erst ab Dezember vorbestellbar, es wäre interessant gewesen den im Vergleich zu sehen – ist das ja DER eBook-Reader für die Open-Source-Community. Genau. Die Erlösung von DRM und Co. Der kann halt alles, aber nur viel besser. Echt. Weil: Der basiert halt auf offenen Standards. Linux und so. Man versteht schon. (Und was der nicht alles an Formaten unterstützen sollte… Geblieben sind momentan wohl nur die üblichen: epub, pdf und txt. Andere Formate kann man auf der Plattform umwandeln lassen. Ah ja.)

UND: Der hat ein WLAN-Feature eingebaut. Whow! DAS wäre ja mal ein Grund dieses Teil zu kaufen, auch wenn es etwas teurer anvisiert ist als Kindle und Sony. Hey, WLAN – was man damit alles anfangen könnte… Hmm… Na ja, man könnte in allen Buchgeschäften des Internets halt Bücher kaufen. Vielleicht könnte man damit sogar surfen.

Na ja, die knapp zwanzig Euro mehr – die legt man doch gerne für ein Alleinstellungsmerkmal hin, oder? Sahen die Kunden auf der Buchmesse offenbar anders und deswegen, genau, hat TXTR genau das Feature, was den Reader besonders macht – gestrichen. Begründung:

Wir sind in den Wochen seit der Buchmesse wieder und wieder gefragt worden: Warum ist das Ding so teuer? Und die Antwort war immer: Die Funkschnittstellen kosten nun mal Geld. Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen — ein Gerät mit Onlineverbindung, die nicht konfiguriert werden muß, ist so viel einfacher zu bedienen als eins ohne — blieb nur, WLAN zu opfern. WLAN ist für Laien äußerst schwer zu konfigurieren, und bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots ohnehin unzugänglich geblieben.

So, so, WLAN ist für Laien also schwer einzurichten – nun – vielleicht kann ja mal jemand aus Japan, der den FLEPia von Fujitsu besitzt dazu was sagen? Denn der hat auch WLAN, ist aber leider bisher nur dort erhältlich und nicht in Deutschland. Aber bestimmt können doch die Nutzer des iRex Iliad was dazu sagen. Na ja, da wird beim Cnet bemängelt, dass die WLAN-Funktion nicht ganz so doll sei. Das ist aber einige Zeit her, seit 2007 kann sich da was verbessert haben.

Das Argument, man habe das WLAN-Feature – also DAS Alleinstellungsmerkmal für diese Preisklasse, der Iliad ist eine andere Liga – ausgebaut weil der Laie es nicht bedienen kann riecht ja förmlich nach „Da haben wir uns etwas übernommen – besser wir streichen das bevor es noch jemanden auffällt“. Sehen wir mal davon ab, dass man sich im Endeffekt mit dem Kauf des TXTR ebenfalls an eine Plattform bindet – seltsamerweise ist das bei Kritikern des Kindle ja immer DAS Argument zum Aufregen, aber hey, es ist ja ein Social-Netzwork für Leser, also total gut.

Ich finde auch das Andere höchst merkwürdig, vielleicht verstehe ich das ja auch nicht so richtig, deswegen mal langsam nach-ge-dacht: Das Teil hat eine USB-Schnittstelle – darüber kann ich dann eigene Texte aufs Gerät bringen, richtig? Okay.
Oder ich kann meine Dokumente auf die TXTR-Plattform packen und sie dann von dort aus mit dem Reader herunterladen, was auch ohne ein Abo möglich sein soll? Richtig? Hat man dann offenbar auch die Speicherkarten-Erweiterungsfunktion von der in diesem Blogbeitrag die Rede ist – Stand Januar – komplett gestrichen? Na ja, immerhin scheint Bluetooth noch drin zu sein… Oder halt das Datenkabel.
Gibts denn wenigstens eine Software dazu, die mir das ganze Prozedere – wenn ich denn nicht meine Texte und Dateien von der Plattform verwaltet haben möchte weil ich vielleicht ein kleines Datenschutzproblem damit habe eventuell – erleichtert? Gute Frage, ich lese davon so gar nichts.
Stöbern und Herunterladen von Dateien ist also auch kostenlos? Na, das will ich doch wohl meinen – wenn ich meine Dateien auf anderem Weg auf die Plattform hochlade sollte das ja wohl der Fall sein. Und jetzt kommt der Punkt, über den ich mich am meisten amüsiert habe – denn das ach so soziale Feature des Readers – das – nun – das wird halt – kosten:

Wer allerdings Texte mit anderen Nutzern tauschen oder zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren möchte, muss für die Datenübertragung zahlen. Die Daten-Flatrate kostet monatlich 14,99 Euro oder bei einer Bindung auf ein Jahr nur 11,99 Euro pro Monat.

Ah ja. Hybsch. Ist ja DER Anreiz sich sowas zuzulegen, das Tauschen von Texten mit anderen aus der Community. Das ist natürlich social – aber open ist das nicht.

Eines steht fest: Wenn ich mir einen Ebookreader kaufen würde, dann nicht einen bei dem kurzfristig die Killerapplikation aus Kostengründen demontiert wurde und bei dem das Tauschen von Texten kostenpflichtig ist. Jedenfalls wenn man das online macht. Wie das aussieht, wenn man die Dinger per USB-Kabel aneinanderbindet wie weiland den Gameboy – das ist ja dann mal eine andere Frage. Aber ebenfalls kein Kaufgrund für mich. Tja, mal wieder der Beweis dafür was aus einer hochgehypten Idee wird…

 


links for 2009-11-28


Ritter Rost und die Kulturhauptstadtkarte

Heute habe ich tatsächlich dazu beigetragen einen Baum zu fällen. Und das wegen dieses Eintrags beim Pottblogger, der sich mit Ritter Rost und 2010 beschäftigt. Das machte mich dann so neugierig, dass ich heute tatsächlich eine NRZ gekauft habe.

Nachdem ich ja schon kommentiert hatte, dass ich die Abbildung der Karte irgendwie für verwirrend hielt habe ich mir jetzt das Original angesehen. Und ich stimme mit Jens überein: Wer immer das entworfen hat, der hat sich einen Job in der „Kinder Verwirr GMBH“ redlich verdient. Denn kein Kind wird damit was anfangen können. Grundschüler im vierten Schuljahr sind schon in der Lage normale Stadtpläne zu lesen – die können also mit der Karte nicht die Zielgruppe sein, dafür ist die zu ungenau.

Ja, sie ist schön bunt. Toll. Das ist ja schon mal ein Argument für die Karte, weil bunt auffällt. Dann allerdings werden die Kinder vergeblich zu verstehen versuchen was die einzelnen Symbole auf der Karte zu bedeuten haben. Den Landschaftspark in Duisburg habe ich mal gerade so eben selbst erraten können. Bunte Linien, die irgendwas zu bedeuten haben – Straßen? Autobahnen? – und dann ab und an einige Gestalten aus dem Ritter-Rost-Universum. Gut – vielleicht kann man das den Kindern noch erklären, das mit den Symbolen. Aber die Karte kann nicht für weiterführende Schulkinder gemacht worden sein, weil die nämlich von der Machart her als „aus einem Babybuch“ emfpunden werden wird. Stimmt ja auch. Ritter-Rost-Bücher sind nämlich Bilderbücher mit Noten und meistens einer CD drin. Spätestens ab Mitte Klasse Fünf ist man doch viel zu alt für Bilderbücher…

Und dann scheitern die Kinder beim Selberlesen am Text, der da unten links im freien Feld steht.

Der ist nämlich viel zu lang. Da sind auch zu viele Informationen drin.

Nach dem dritten Komma geben die Kinder dann garantiert auf.

Bestimmt. Selbst die Geduldigsten geben dann auf und gucken sich lieber wieder die Symbole an – und fragen dann einen, was das darstellen soll. Tja. Gute Frage. Denn das weiß ich ab und an auch nicht so Recht. Liebe Designer, was habt ihr euch nur dabei gedacht? Nichts? Sieht jedenfalls so aus.


zwanzig10.de – Kulturhauptstadt und Blogger rücken zusammen

Dass die Kultur im Web 2.0 angekommen ist, das hatte ich ja schon an anderer Stelle festgestellt. Da macht die Kulturhauptstadt 2010 nun keine Ausnahme. Allerdings ist das doch ein klein wenig anders bei zwanzig10.de. Denn das ehrenamtliche Projekt ist von den Ruhrbaronen, Stefan Evertz und Jens Matheuszik – und möchte die Berichterstattung von unten bündeln. Aber schön der Reihe nach…

Die Rubrik „Ruhrpilot“ wird man kennen, wenn man öfters die Ruhrbarone aufsucht – so ab und an ist auch mein Blog dort erwähnt – die Kategorie sammelt Links mit einem kurzen Anreißertext über Themen aus dem Ruhrgebiet. Und da der Verweis immer wieder auf die Quelle selbst geht finden – meistens – die Diskussionen über die Themen bei den Quellen statt. So ähnlich wird auch das kommende Projekt zwanzig10.de aussehen: Links, kurze Anreißertexte. Ein Planetensystem, in dessem Zentrum alle Aktivitäten rund um die Region stehen und auf dessen Planeten rundrum dann die Raumschiffe pendeln können.

Anmelden: Jetzt!

Die Webseite selbst steht noch nicht im Netz, aber man kann sich schon mal anmelden gehen. Per Mail. Diese wäre mitmachen (at) zwanzig10.de. Das Ganze ist auf ehrenamtlicher Basis. Und einmal dürft ihr raten wer da im nächsten Jahr ebenfalls mitmachen wird – ach was, wenn ihr den Link geklickt habt wißt ihr es ja eh schon. Genau… (Wer immer noch meint mein Leben sei langweilig – nein.)


Liebe Ruhr2010-Macher

Kein Kommentar

(Interne Wetten laufen momentan, dass es vor Montag nicht repariert wird…) Verdammt, verloren. ;-)


DM Whacker

Ich glaube ich bin mal wieder der Einzige, der ein „Intensiv-Feature“ einer Web2.0-Applikation nutzt: Die DM-Funktion von Twitter ersetzt einen großen Teil meiner Mails inzwischen. Was, wenn man nicht diszipliniert genug ist – hüstel – die unwichtigen DMs sofort zu löschen – hüstel, hüstel – zu einem großen DM-Haufen führt. Clevere Clients können natürlich auch DMs löschen, aber die Clients haben meistens nur einen begrenzten Ausschnitt des Archivs. Und wer bei Tweetdeck denkt, er hätte die DMs gelöscht muss nur einen Blick auf die Webseite von Twitter werfen…

Wer Tabula Rasa machen möchte, dem sei das Bookmarklet DM Deleter aka DM Whacker empfohlen. Einfach in die Favoritenleiste des Browsers der Wahl ziehen, dann auf die DM-Seite bei Twitter gehen und dann sieht das ungefährt so aus:

DM Whacker in Action!

Achtung: Das Teil ist Beta – und ja, es löscht wirklich ALLE DMs wenn man das möchte. Also Vorsicht mit der Option „all dm’s“ da oben. Man kann dann fernerhin noch auswählen ob man die DMs eines bestimmten Followers löschen möchte oder DMs mit einem bestimmten Text.

Das ist auf den ersten Blick sicherlich recht nützlich. Ich hätte aber gerne ein Tool, mit dem man alle DMs vor dem Löschen zumindest sieht und diese dann eventuell aussparen kann. Manche Information per DM möchte man ja dann doch noch längerfristig aufbewahren. Das kann man mit DM Wacker leider nicht, wer aber auf einen Schlag seine kompletten DMs löschen möchte für den ist das Tool genau richtig. Aber wie geschrieben: Vorsichtig, es ist Beta.

 


Falls ihr mich schon vermißt haben solltet…

Momentan habe ich halt etwas mehr zu tun als sonst. Das ändert sich bestimmt auch mal wieder. Andererseits ist es auch schön so einige Dinge im Hintergrund laufen zu haben – von denen ich dann mal erzähle wenn ich das darf. Bis dahin habe ich halt zu tun.

Und morgen werde ich mal die ganzen Mails aufarbeiten, glücklicherweise hat sich bisher noch niemand so richtig in meiner Umgebung für dieses Google Wave interessiert. So ganz weiß ich auch noch nicht was daran so toll sein soll, aber vielleicht erschließt sich das auch erst wirklich wenn man in Projekten zusammen mit dem Teil arbeitet. Bisher ist das eher – na ja – nett.


Podcast – ein schwammiger Begriff

Also wissenschaftlich gesehen oder ursprünglich gesehen, macht das Podcasting ja aus, dass man es abonnieren kann, dass man nicht auf eine Web-Site gehen muss, nach neuen Folgen suchen und Sachen dort herunterladen.

Sagt Barbara Rampf im DLF, die momentan wissenschaftlich über den Begriff arbeitet. Sie sagt zwar auch, dass der Begriff momentan recht schwammig verwendet wird. (Wobei sie aber feststellt, dass Podcasting den Begriff des Abonnements eigentlich schon beinhält, wenn ich das richtig lese.) Sie stellt ebenfalls fest, dass die Zeit der Pioniere schon längst vorbei ist – aber das ist ja nun nichts grundlegend Neues:

Angefangen hat es ja als Kolumne, als privates Tagebuch. Die Produzenten gibt es heute auch noch. Aber das meiste ist eine Art Zweitverwertung von bereits gesendetem Material aus Radio und Fernsehen.


links for 2009-11-19


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.