Monatsarchiv: September 2009

links for 2009-09-16


Neue Version von „Did you know“ verfügbar

Falls jemand das Video noch nicht kennt – anschauen. Ja, es ist auf englisch, ich weiß, es bringt aber die Thematik des Web2.0 schön auf den Punkt. Und man kann noch was lernen. Toll.


Von der Gleichheit zweier Zeitungen

Letzte Woche habe ich mir das Vergnügen gegönnt sowohl die NRZ als auch die WAZ in der Printausgabe zu kaufen – es ging darum nachzuschauen ob die Kollegen über den Kulturausschuss berichteten oder auch nicht. Denn online war nun so gar nichts zu erfahren. (Das Ergebnis: Die NRZ konzentrierte sich einzig auf die Kunst, die WAZ zitiere nur einen launigen Ausspruch vom Janssen.)

Bei der Gelegenheit habe ich mal das angewendet, was man eigentlich in der Schule lernen sollte: Nämlich den Vergleich zweier Zeitungen auf ihr Profil hin. Was besonders spannend ist wenn man weiß, dass NRZ und WAZ aus dem selben Druckhaus kommen. Und das, das merkt man recht deutlich.

Erstmal: Bei beiden Zeitungen fiel auf, dass der Anteil der eigenen Meldungen – die mit NRZ oder WAZ als Quelle angegeben waren – sehr dünn war. Meistens ist es so, dass auf einer Zeitungsseite der Mittelblock mit den zwei längeren Artikeln offenbar von lokalen Journalisten stammt, der Rest aber: Agenturmeldungen. Oder Pressemeldungen, die man unformuliert hat, aber meistens macht man sich noch nicht mal diese Mühe und druckt die mehr oder weniger ungekürzt ab. Nun kann ich nicht erwarten, dass der WAZ-Konzern in jedem Winkel der Welt einen Korrespondenten hat. Allerdings: Beim Lokalteil ist das Prinzip ganz genau so. (Falls jetzt jemand meint Xtranews würde da auch nicht tun – nun – wir haben momentan vier Leute die für die Seite verantwortlich sind…)

Was ebenfalls auffällt: Etliche Artikel sind in beiden Ausgaben gleichermaßen Wort für Wort zu finden. Verwundert einen nicht weiter, selbe Firma. Da wird allenfalls nur ein Photo geändert oder die Überschrift, aber der Text bleibt der selbe. Selbst im lokalen Bereich passiert das. Schwach, WAZ, sehr schwach: Gerade im lokalen liegt die Stärke der Zeitung. Die Leute lesen euch nicht wegen des Mantelteils, das gibts schneller im Netz. Die Leute lesen euch weil sie etwas über ihre Stadt erfahren möchten. Wenn es euch da nicht gelingt unterschiedliche Berichte zu bringen, dann ist das – peinlich.

Bei der NRZ ist der Ton der Kommentare deutlich schärfer als bei der WAZ. Das kann man auch bei DerWesten feststellen, die NRZ scheint etwas angriffslustiger zu sein als die WAZ. Ansonsten bekommt man halt denselben Braten – nur die Soße ist etwas anders. Und wenn die WAZ nicht begreift, dass sie sich enorm um lokale Inhalte kümmern muss, dann wird sie in ein, zwei Jahren einfach weg vom Fenster sein. Aber natürlich kann man sich nicht adäquat um Themen kümmern wenn man Leute auf die Straße setzt und den Newsdesk als das Allheimittel schlechthin ansieht.


links for 2009-09-15


Der Spreeblick hat Recht

UPDATE: Endstation Rechts meldet, dass die JF behauptet Popp hätte einen sehr intensiven Kontakt mit der Zeitung gehabt.

So sollen Popp dem Interviewer Schwarz zwischen dem 28. August und dem 3. September insgesamt 12 Mails geschickt haben, in denen er sich mit dem JF-Redakteur ausgetauscht und auch Informationen zum Blatt angeboten bekommen habe.

Zudem sei ihm das Interview auch zur Autorisierung vorgelegt worden, so dass die JF zu dem Schluss kommt, dass „mögliche Wissensdefizite über die JF“ mit wenigen Fragen behoben hätten werden können.

Und bei FIXMBR gibts einen Kommentar zum Argument, die Partei sei ja noch jung und so:

Was mich wirklich nervt in letzter Zeit sind diese ständigen “wir sind ja noch jung”, “wir müssen ja noch lernen”, “blah, blah, blah” – Entschuldigungen diverser Piraten. Die Piraten bestehen doch zum überwiegenden Teil aus “mit dem Internet aufgewachsenen”, die sich irgendwie für Politik interessieren und aktiv mitmischen wollen. Nun, ich interessiere mich auch für Politik und kenne durchaus den Unterschied zwischen Junge Welt und Junge Freiheit – etwas, was ich von Politikern, die mit einer neuen Partei den Bundestag “entern” wollen, einfach auch _erwarte_.

Ursprünglicher Text:

Ich hatte schon bei Xtranews angemerkt, was ich von dem Interview des Bundes-Vizes der Piraten Popp bei der Jungen Freiheit halte. Ich finde auch – und da gehe ich mit dem Pottblogger d’accord – dass die Piraten für mich jedenfalls keine wählbare Alternative darstellen. Und das liegt unter anderem daran, wie man auf Kritik an der Partei reagiert. Siehe auch den Spreeblick dazu:

Wie soll man Leute ernst nehmen, wenn man sie nicht beim Wort nimmt? Wie soll man mit ihnen diskutieren, wenn man andere Maßstäbe für sich und für andere ansetzt? [...]  In Momenten, wenn die Partei unter Kritik steht, werden die einigen wenigen zur aktivsten Gruppe der Piraten?

Etwas, was wirklich massiv auffällt – sobald man auch nur den kleinsten Hauch der Kritik übt fallen sofort überempfindliche Vollmatrosen über einen her und bezichtigen einen der übelsten Dinge. Und das Argument, man müsse denen Zeit lassen, die seien halt noch jung ist eines, dass ich nicht gelten lasse. Wenn man Politik machen möchte sollte man gewisse Dinge vorher bedenken. Es ist ja nett, dass Bürgerrechte und andere Themen des Netzes jetzt mal breiter bekannt werden. Aber für mich gehört zu einer Partei mehr als nur ein paar Eckpunkte. Und gerade dann, wenn andere Parteien auf die JF reingefallen sind sollte man schon etwas gewarnt gewesen sein.

So – und jetzt warte ich auf den ersten Kommentator, der mir Piratenfeindlichkeit vorwirft. Kann ja nicht lange dauern. (Und man muss nicht allen Zeitungen Interviews geben nur weil das geht. Echt.)


Rette deine Freiheit

Wähle die CDU – und Rette Deine Freiheit!


Stellenangebot in Erwägung gezogen – danke, ohne mich

Klar, das ist natürlich wieder Wasser auf die Mühlen von Leuten, die glauben oberlehrerhaft mir erzählen zu müssen ich müsste endlich mal meinen Arsch vom Sofa runterbewegen, läge dem Steuerzahler nur auf der Tasche, sei total unproduktiv – prust – und vor allem sollte ich ja mal endlich selbstständig werden, damit man mich nicht mehr mit den Steuergeldern unterstützen müsse.

Ja klar – für sechs Monate aus der Statistik und dann vermutlich wieder bei der ARGE. Sicher das…

Oh doch, das kam schon mal in dieser geballten Form hier als Kommentarversuch herein, man versteht, warum hier nicht jeder von vornherein kommentieren darf – aber klar, HartzIV-Empfänger sind dumm, dick, faul und verblödet und überhaupt kann man so schön alles auf uns projezieren was geht.

Nur: Ein Attribut trifft sicherlich auf mich persönlich zu, aber die anderen nicht. Vor allem scheint man ja dann doch ein wenig im Blog gesucht zu haben wenn man solche Dinge äußert. Nein, ich rege mich da auch nicht drüber auf, ich lösche den Schrott einfach und gut ist.

Jedenfalls: Nach einem Vorstellungsgespräch heute in Mühlheim bei einem „unabhängigen Finanzoptimierer“ habe ich kurz in Erwägung gezogen zumindest mir diese Firmenpräsentation anzuschauen. Da aber eh noch eine Option am Mittwoch offen ist, die ich wohl nicht anblehnen kann – außerdem ist das eine JEKI-Schule und die NMKS ist da, also hey, optimal – werde ich nicht mal das tun. Eine Firma, die keine aktuelle Webseite im Netz hat, deren alte in Flash programmiert wurde und die im Grunde genommen nicht genau definiert wie die Aufgaben auszusehen haben – die darf ich guten Gewissens ablehnen.

Ich bin mir sicher, dass jetzt auch wieder irgendwelche merkwürdigen Kommentarversuche hier eintrudeln. Mein Rat: Lasst es einfach. Ihr kennt mich nicht persönlich und wollt mir oberlehrerhaft erklären was ich falsch mache und dass ich gefälligst arbeiten gehen soll? Dass wir eine Finanzkrise haben entgeht euch wohl vollkommen… Lustiges Gesindel, das.


CCC und Kamerüberwachung und Berliner Demo

Erst einmal: auf der Strecke waren deutlich über 100 Überwachungskameras. Die taz hat 116 gezählt. Keine von denen hat diese Tat verhindert. Und keine von denen hat bei der Aufklärung geholfen. Videoüberwachung hat mal wieder gezeigt, dass sie völlig sinnlose Geldverschwendung ist und niemanden vor Gewalt oder Verbrechen schützt. [...] Polizist zu sein kann man sich aussuchen, Bürger zu sein nicht. Im Übrigen sitzt der Staat auf den Datenbanken für die Zuordnung, nicht die Bürger. Vergleichbar wäre das, wenn wir die Datenbank für die Rückzuordnung hätten und dem Staat keinen Einblick gewähren würden und dann dort Daten über Polizisten im Dienst sammeln würden.

Näheres dann bei FeFe.


links for 2009-09-13

  • "Ich habe an der Blogbar immer behauptet, ich wüsste, wie man so ein Profiblog machen könnte, dass es gut ankommt. 114 Beiträge zu einem eher speziellen Thema, 10438 Kommentare und 5 Abwerbeversuche später kann ich das nicht nur behaupten. Ich glaube, ich weiss inzwischen auch, wie man ein Blog erfolgreich machen kann, ohne sich – wie etwa hier – dauernd mit Internetthemen und Medien auseinanderzusetzen."

links for 2009-09-12


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