Monatsarchiv: Juni 2009

No Heroics

Timebomb!

Timebomb!

Es gibt Serien, die es wohl nie nach Deutschland schaffen werden. Das ist, wenn ich mir mal die Synchro von „American Dad“ oder „Futurama“ anschaue auch gar nicht mal so tragisch. Ich meine ein Juwel wie „Spaced“ funktioniert nur auf Englisch. Ebenso wie „Red Dwarf“. Oder „Monthy Pythons Flying Circus“ – ihr habt die deutsche Fassung auf Sat1 nicht gesehen? Seid froh drüber.

Es ist halt so: Diverse Serien sind halt so spezifisch, dass sie nur im Original funktionieren können. Ja, ich weiß, ich reite ein wenig drauf rum aber allein von den Stimmen her ist „American Dad“ auf Deutsch wirklich unlustig – sehen wir von Dingen wie „Weichei“ als Begriff für „Geek“ mal ab – was eine komplette Episode versaut übrigens… Eine Serie, die wir a) vermutlich nie hier zu sehen bekommen und b) die typisch britisch ist, ist „No Heroics“ – in etwa auf Deutsch annähernd wäre das wohl „Keine Heldentaten“. Wobei „Macht keinen Aufstand“ das Ganze wohl auch besser trifft. Aber der Titel ist betont ironisch angelegt – denn es geht in der Miniserie mit bisher sechs Folgen um Superhelden. Oh – habe ich erwähnt, dass es eine Comedy ist? Genau: Britisch spezifisch halt.

Und da wir eine britische Serie haben, haben die vier Superhelden-Charaktere eher den Bereich der B-Helden besetzt. Nun gut – Alex alleine schafft schon den B-Sektor zu füllen, denn als „The Hotness“ ist er nicht gerade der brandheiße Superheld, obwohl seine Fähigkeit gerade darin besteht Dinge zum Brennen zu bringen. Vorzugsweise Museen. Oder Zeitungskioske. Seine Ex: „Electorclash“ kann Maschinen beherrschen, was ziemlich cool ist – wobei Alex und Sarah eigentlich getrennt sind, sich aber jeden Tag im Pub „The Fortress“ sehen. Das Duo vervollständigen Jenny, „She-Force“ und drittstärkste Frau der Welt sowie Don „The Timebomb“. Und der ist: Alkoholiker, nimmt Drogen, schwul und habe ich erwähnt, dass er einen legendären Ruf als Folter-Meister hat? Ach ja: Er ist im Ruhestand. Eigentlich. Seine Fähigkeit: Er kann eine Minute in die Zukunft sehen.

Sechs Folgen lang zentriert sich die Comedy um dieses Quartett und deren Versuche ein mehr oder weniges normales Leben zu führen – wobei sie nicht die einzigen Superhelden auf der Welt sind und es durchaus auch B-Superschurken gibt. „Lightkiller“ gefällt mir ja ausnehmend gut – der kann das Licht ausmachen. ;-)
Dabei stellt sich heraus dass die Superhelden der B-Klasse genau dieselben Probleme haben wie fast alle anderen normalen Sterblichen. Alex giert nach Anerkennung und Ruhm, Jenny würde gerne ab und an mal eine normale Beziehung und ein normales Leben führen – Sarah leidet unter ihren erfolgreichen Eltern und ihre Beziehung mit Alex ist nicht gerade ein Highlight gewesen. Und Don macht im Ruhestand – von dem er ab und an dann doch zurücktritt um Geld zu verdienen – nicht gerade viel außer Whiskysaufen und Masturbieren. Sehen wir davon ab, dass er auch nicht davor zurückschreckt andere über die Klinge springen zu lassen. (Er ist wirklich ein fieses Arschloch, aber der coolste Superheld der mir in der letzten Zeit begegnet ist. Holla!)

Die Serie lebt natürlich von diversen Anspielungen auf Comichefte und die Popkultur – und wenn man im ersten Moment auch skeptisch ist: Sie funktioniert. Die Dialoge sind witzig und scharfsinnig, die Charaktere so menschlich, dass man einerseits mit ihnen leidet, aber andererseits auch über sie lachen kann – und es gibt solide Plots. Klar, nicht jeder Gag kann zünden und Humor ist bekanntliche Geschmackssache. Dennoch ist „No Heroics“ eine kleine Perle aus dem Land, dessen meisten guten Serien in Amerika verhunzt werden.

(Freddie Prince Jr. ist tatsächlich für das Remake bei ABC im Gespräch, oh – mein – Gott…)


Schwarzer Humor

Liebe Zensursula, das hier ist ganz allein für dich – und ja, das könnte eventuell etwas satirisch gemeint sein. Ich würde vorschlagen nach „Avenue Q“ zu googlen – ach ich vergaß, richtig, du bist ja Politikerin…


links for 2009-06-18

  • Ich hab hier immer noch den Palm IIIe rumfliegen – und irgendwo noch das Nachfolgemodell. Allerdings: Das geliehene Spielzeug – ein Blackberry – würde mir für dauernd vollauf genügen. (Das hat BLITZ!)
    (tags: Computer)
  • Die Linke sollte vielleicht mal darüber nachdenken, die Schlachten der Vergangenheit ad acta zu legen und ihr Interesse auf einen Bereich zu verlegen, der ihr gewöhnlich suspekt ist – also den der elektronischen Medien im allgemeinen und den des Internets im besonderen.
    (tags: politik)
  • Erste Wahlplakate für den Bundestagswahlkampf aufgetaucht – Kicher…
    (tags: politik)
  • Wow. SO wenig Standards hat die HU? Solche Leute können dort Politikprofessoren werden? Der hat ja nicht mal versucht, sich vor dem Faseln mit dem Thema zu beschäftigen! Krasse Nummer.
    (tags: zensur)
  • Kurz vor der Entscheidung über das Zensursula Gesetz hat das Bundesministeriium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wieder eine “repräsentative” Meinungsumfrage veröffentlicht.
    Wow… 91% für das Gesetz.
    Ey, ich kann gar nicht so viel essenn wie ich kotzen möchte. Wurde nicht schon hier und hier bewiesen, dass diese Meinungsumfragen reine Show sind?

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34!


links for 2009-06-17


OperaUnite – beeindruckt bin

What's on you Speed Dial?
Image by coxy via Flickr

Whow – das ist ja schon recht cool was OperaUnite da kann. Der Service ist so eine Art Webserver-im-Browser-Dienst. Und ratet mal in welchem Browser der läuft? Richtig… ;-)

Man muss sich zwar erstmal bei Opera registrieren um den Dienst zu nutzen, bekommt dann aber eine URL, die direkt auf den eigenen Computer zeigt. Solange der also an ist und im Web kann man auf diverse Dienste von anderen Rechnern aus zugreifen. Man könnte also rein theoretisch seine Webseite tatsächlich vom eigenen PC aus hosten – ja, das konnte man schon immer, ich weiß. Allerdings ist das mit OperaUnite eine Spur einfacher – was schreib ich: eine Bandbreite einfacher! Einfach Verzeichnis auswählen und fertig. Ebenso einfach ist das Teilen von Photos oder Musik per Jukebox – und – ähm – anderen – ähm – Dingen, die man natürlich streng legal besitzt. Natürlich.

Drei Stufen sichern das Ganze ab: Man kann es generell zugänglich machen, einem bestimmten Freundeskreis per URL – das erinnert an das GMX-Datencenter – und dann halt nur für sich selbst. Falls man als im Internetcafe oder beim Twitterfestival sein sollte und die eigenen Songs braucht – voila.

Momentan sind die Angebote begrenzt, allzu viele Anwendungen gibts für OperaUnited noch nicht. Ganze sechs um deutlicher zu werden, die sind dann in der Grundinstallation mit drin. Es ist auch noch nicht so ganz komfortabel: Momentan muss man entweder alles im Ordner teilen oder gar nichts. (Das kann man natürlich umgehen, wenn man spezielle Ordner nur für den Dienst macht, aber mal eben ein Photo löschen aus dem Dienst geht leider nicht.) Der Vorteil: OperaUnited soll überall da funktionieren wo Opera als Browser läuft. Und das ist schon eine ganze Menge an Systemen…

Noch ist OperaUnited nicht ganz perekt – aber für denjenigen, der bei sich zu Hause keinen FTP-Server aufsetzen möchte oder beim Serveraufsetzen verzweifelt – für den ist der Dienst sicher was. Oder halt für Nebenbei. Man muss ja nicht immer für alles einen kompletten Server auf dem PC haben. Oder Mac. :-)

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Dem Zeigefinger gehts soweit gut

for Guitar Fingerstyle - picking-patter
Image via Wikipedia

Da es ja bestimmt einige interessieren dürfte: Dem Zeigefinger gehts soweit ganz gut. Was man vielleicht auch daran bemerkt, dass es im Blog wieder mehr getippte Einträge gibt. ;-)

Der Zeigefingerstrecke hat heute jetzt erstmal einen Bericht geschrieben und mal schauen ob ich dann noch mal in Rezept für 6 Behandlungen bekomme – da fehlt noch etwas die Geschmeidigkeit. Mal schauen.

Momentan übe ich gesangstechnisch für das traditionelle Sommerkonzert in Hamm-Pelkum – dann müßten noch einige Texte unter einige Noten – und ich sollte endlich mal einige Noten hochladen – sobald ich endlich den Trauermarsch vom letzten Jahr mit dem Scherzo vervollständigt habe. Das kann noch dauern. :-)

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links for 2009-06-15


Twain, Mark: The awful german language – Die schreckliche deutsche Sprache

1880 erschien von Mark Twain das Buch „A Tramp Abroad“ – auf Deutsch „Ein Bummel durch Europa“. Eine Art Reisebericht, der teilweise wohl tatsächliche Begebenheiten schildert, teilweise allerdings auch nicht ernstgenommen werden sollte. (Obwohl das Kapitel über die Studentenverbindung in Heidelberg wohl der Wahrheit ziemlich nahekommt.) Sehen wir mal davon ab, dass tatsächlich Amerikaner und Engländer damals eine Rhein-Romantik entwickelten und zahlreich in Deutschland und der Schweiz einfielen. Natürlich kann ich auch den Rest des Buches empfehlen, aber als Anhang gibt es einen kleinen Text, der auch separat zu kaufen ist: „Die schreckliche deutsche Sprache“. Da der Text als solches recht kurz ist, gibts dazu die englische Fassung des Struwwelpeters – dessen Verfasster Hoffmann hätte vor kurzem den 100. Geburtstag gefeiert übrigens. Von daher mal eine Gelegenheit das Teil zu erwerben.

In dem Text schildert Mark Twain seine Versuche deutsch zu lernen. Und das auf eine höchst ironische und amüsante Art, die einem nahebringt warum unsere Sprache für Außenstehende so verflixt schwer ist. Die richtige Wirkung entfaltet der Text übrigens dann, wenn man englisch und deutsch kann – vor allem wenn Twain versucht einen Satz aus einem populären Marlitt-Roman zu übersetzen. Das Ganze eigent sich hervorragend als Geschenk für englischsprachige Freunde – und zum Schluss zitiere ich mal eine längere Passage aus dem Original. Wer dem nicht so ganz folgen kann: Mark Twain zerbricht sich den Kopf darüber welcher Artikel und welcher der vier Fälle denn jetzt als Antwort in seinem Lehrbuch richtig sein könnte…

Every time I think I have got one of these four confusing „cases“ where I am master of it, a seemingly insignificant preposition intrudes itself into my sentence, clothed with an awful and unsuspected power, and crumbles the ground from under me. For instance, my book inquires after a certain bird — (it is always inquiring after things which are of no sort of consequence to anybody): „Where is the bird?“ Now the answer to this question — according to the book — is that the bird is waiting in the blacksmith shop on account of the rain. Of course no bird would do that, but then you must stick to the book. Very well, I begin to cipher out the German for that answer. I begin at the wrong end, necessarily, for that is the German idea. I say to myself, „Regen (rain) is masculine — or maybe it is feminine — or possibly neuter — it is too much trouble to look now. Therefore, it is either der (the) Regen, or die (the) Regen, or das (the) Regen, according to which gender it may turn out to be when I look. In the interest of science, I will cipher it out on the hypothesis that it is masculine. Very well — then the rain is der Regen, if it is simply in the quiescent state of being mentioned, without enlargement or discussion — Nominative case; but if this rain is lying around, in a kind of a general way on the ground, it is then definitely located, it is doing something — that is, resting (which is one of the German grammar’s ideas of doing something), and this throws the rain into the Dative case, and makes it dem Regen. However, this rain is not resting, but is doing something actively, — it is falling — to interfere with the bird, likely — and this indicates movement, which has the effect of sliding it into the Accusative case and changing dem Regen into den Regen.“ Having completed the grammatical horoscope of this matter, I answer up confidently and state in German that the bird is staying in the blacksmith shop „wegen (on account of) den Regen.“ Then the teacher lets me softly down with the remark that whenever the word „wegen“ drops into a sentence, it always throws that subject into the Genitive case, regardless of consequences — and that therefore this bird stayed in the blacksmith shop „wegen des Regens.“N. B. — I was informed, later, by a higher authority, that there was an „exception“ which permits one to say „wegen den Regen“ in certain peculiar and complex circumstances, but that this exception is not extended to anything but rain.


2. Twitterfestival im Unperfekthaus: 25.06.

Momentan wünsche ich mir ja eine Möglichkeit die Veranstaltungen von Facebook direkt ins Blog einfügen zu können – aber das ist momentan nicht so ganz möglich oder ich habe da noch nicht die Patentlösung gefunden… Macht aber nichts, dann machen wir das halt per Hand. :-)

Am 25.06. gibts die zweite Auflage des Twitterfestivals im Ruhrgebiet. Ort: Das Unperfekthaus in Essen. Vermutlich diesmal nicht im Dachgarten – es ist Summer in the City II beim UPH, da ist das Sonnendeck leider schon belegt denke ich mal so – aber das UpH hat ja durchaus eine Menge Räume.

Wer also mal Twitterer aus dem Ruhrgebiet kennenlernen möchte – und sich überraschen lassen möchte was das Programm anbelangt – der schaue einfach mal vorbei. :-)


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