Je länger ich lebe, desto mehr stimme ich Thomas Mann zu der in seinem Zauberberg ganz genau und fein das Problem mit der Zeit definiert hat: Zu Beginn des “Zauberbergs” nämlich vergehen die Tage für die Protagonisten so gar nicht weil es ständig etwas Neues gibt und ständig irgendwelche Dinge getan werden müssen. Im Verlauf des Romans huschen die Tage dann so vorbei, gerinnen zu Wochen und am Ende sind mal eben so sieben Jahre dahingeflogen…
Momentan kommen mir nämlich die Tage wie ganze Wochen vor. Das hat durchaus damit zu tun, dass es halt ständig Dinge gibt, die keine Routine sind. Diese Tage bis zum Ende der Woche werden dann nochmal extremst heftigst weil sich die Termine momentan drängeln.
Heute zum Beispiel war ich arbeiten, danach in der Stadtbibliothek – unter anderem um mir Partitur fürs Violinkonzert von Beethoven zu besorgen, man könnte ahnen warum… Und wenn ich sage PARTITUR – dann meine ich das auch so: Groß, breit, Orchesterstimmen in toto. Na ja, also dann doch etwas dünner, aber GROSS stimmt schon. Super, vom Strauss hatte die Bibliothek fast alle symphonischen Dichtungen da, nur die nicht, die ich gerne mal eingesehen hätte… Typisch. (Nein, auf CD war keine der beiden Werke da, die ich zumindest vorher mal gerne gehört hätte.)
Danach dann treffen mit der PhilCrowd.
Danach dann Chorprobe. (Na super, der Taize-Gottesdienst ist DIESEN Sonntag? Uff, er ist ABENDS. Pruh… Hey, deswegen war an diesem Sonntag keine Probe des Posaunenchors! Ahhh!)
Und ratet mal wie die nächsten Tage aussehen? Genau – nicht viel anders. Wenn ich also nicht unbedingt zum Bloggen komme: Ich habe halt nicht das Spielzeug von Hermione, noch bin ich unendlich viele Clone – ich habe einfach momentan gut zu tun. (Und um ehrlich zu sein: Die Hälfte davon macht mir sogar noch Spass. So und jetzt entschuldigt – ich muss da noch einiges nachlesen und vorbereiten und so…)


