Tim Nolan – dieser Name hat schon für einige Aufregung unter den Filmfans gesorgt, denn sein Film “Dark Claw Begins” führt das Franchise um unseren Lieblingshelden mit dem Adamantiumklingen zurück auf seine Ursprünge. Und deswegen ist es ja auch klar, dass das BTXnet vor Aufregung tobt und die zahlreichen Homeblogs von Fans mit Vorablorbeeren nicht gespart haben. Doch hat Tim Nolan den Erwartungen der Fans standgehalten und eine adäquate Weiterentwicklung des eher realistischeren “Dark Claw”-Universums weiterverfolgt? Nachdem ich den Film im Original gesehen habe kann ich mit Fug und Recht sagen: Tim Nolan hat einen actiongeladenen Film abgeliefert, einen, der die Erwartungen sogar noch übertrifft.

Sehr schön zu Beginn die Referenz auf den S.H.I.E.L.D-Agenten Bruce Wayne, der ja im Epilog des ersten Films schon auftauchte und von dem Dark Claw – Michael Bale wie gewöhnlich kaum hinter der Maske zu sehen, was er aber mit der prägnanten Stimme im Original durchaus wettmacht, die Synchro KANN an dieser Stelle nur versagt haben – nun den Hinweis darauf erhält, dass ein neuer Schurke in der Stadt ist. Und natürlich erfüllt Nolan hier die Erwartungen, die im letzten Film schon dezent angedeutet und durch das Fake-Marketing duchaus schon enthüllt worden ist: Die Hyäne ist Back-in-Town und Dark Claw hat ein Problem. Wobei es THE Dark Claw ist, wer also immer noch die Bilder der bunten Fernsehserie aus den 80gern im Kopf haben sollte, sollte diese schleunigst verbannen. Bekanntlich bezieht Tim Nolan ja seine Inspirationen aus Comics wie “The Dark Long Halloween Returns”. (Uh-huh!)

Heath Nicolson als Hyäne bietet übrigens eine der überzeugensten Parts seiner noch jungen Schauspielkarriere – man murmelt von einer Globe-Verleihung bei den Awards im nächsten Jahr – und er spielt Michael Bale durchaus an die Wand. Vielleicht hätte Nolan hier auf die durchaus interessante, aber dann doch nicht ganz stringente Subhandlung um die Adamantklingen und den Colonel verzichten sollen – etliche finden ja immer noch, dass der Film etwas zu überlang ist, da kann ich nicht zustimmen, der Film mag in der ersten Dreiviertelstunde sich Zeit für die Figuren nehmen, aber so bekommt auch derjenige die Chance den Konflikt von Dark Claw zu verstehen, der den ersten Teil nun nicht kennt. Selten jedenfalls hat man die Hyäne so unberechenbar, kichernd und wahnsinnig erlebt wie in dieser Ausprägung. (Kein Wunder, Nolan versorgte Heath auch mit der abgrundtiefdunklen “There is no light in Arkham”-Saga – und Heath weigerte sich nach der Hälfte weiterzulesen… Kann ich verstehen, das Teil ist auch wirklich heftig. Es gibt ja Gerüchte, dass der Comic Bild für Bild verfilmt werden sollte, man aber davon dann wegen der Gewaltszenen abgesehen hat.)

Konsequent auch die Neudeutung von Harvey Murdock – Aaron Eckhaart -, dem wahnsinnigem Rechtsanwalt ohne Gesicht, der sich mit Schallwellen orientieren kann. Endlich hat dieser Charakter eine Motivation gegen Dark Claw vorzugehen. Durchaus geschickt wie der Fall dieses an sich ehrgeizigen, jungen Anwalts von Nolan in Szene gesetzt, die Wortspiele im Film deuten schon von Anfang an – Claw/Law – dass das Schicksal dieses Charakter feststeht.

Es ist ein Film, der in den englischen Kolonien schon alle Rekorde gebrochen hat. Ob es in der BRD hierzulande auch gelingen wird ist fraglich – zwar ist Nolans bisheriger Blockbuster des Sommers – die Verfilmungen von “Moonwing”, ich bedauere immer noch dass das Potential dieses Charakters so komplett in den Sand gesetzt wurde, leider, oder der noch kommende zweite Teil des Helsing-Franchises – “Van Helsing: Die Goldene Armee”, der Trailer war übrigens durchaus eindrucksvoll und beweist, dass Boll zu Recht als Regisseur für “Das Silmarillion” gehandelt wird – werden dagegen wohl kaum ankommen können. Höchstens “V – the Watchmen”, der läuft aber erst gegen Ende des Jahres an. (Und ob der überhaupt durch die katholische Filmkritik kommt ist ja auch noch die Frage, aber in heutigen Zeiten hat man ja andere Mittel und Wege sich sowas im Original zu besorgen. Habe ich so gehört, liebe Inquisitionisten…)

Meine Empfehlung: Ins Lichtspielhaus gehen, Zeit nehmen und vor allem schauen dass man die Originalversion zu sehen bekommt. Bisher das Highlight der Saison!