Normalerweise pflege ich ja immer ausführlichere Rezensionen online zu stellen. Begnügt euch heute mal mit einer Kurzliste.

Butcher, Jim: Blood Ritual. Dresden-Files 6.
Vielleicht sollte man bei sowas besser mit Band 1 anfangen. Wenn die Stadtbibliothek der Wahl denn Band 1 angeschafft hätte. Hat sie aber nicht. Das Positive: Es gibt einen Story-Arc. Das Negative: Der interessiert mich nicht die Bohne. Ebensowenig wie die Handlung selbst. Ich verwechsle the White Council andauernd mit the White Circle, kann mit den Charakteren so gar nichts anfangen und die Action-Szenen finde ich wie weiland beim Reilly nun hahenbüchend übertrieben. Sicherlich kann sowas Spaß machen. Sicherlich macht das mehr Spaß wenn man mit Band 1 anfängt. Allerdings: Ich vermute stark ich wäre bis Band 6 gar nicht mal gekommen. Wer Fastfood-Action-Fantasy mag wird wohl gut bedient werden – gut, die Idee die Handlung auf einem Erwachsenen-Film-Set – wenn ich das Wort ausschreibe bombt mich wieder Google in den Boden ;-) – spielen zu lassen hat ja was. Aber leider nicht für lange. (Sorry Namensvetter. NmS.)

Charteris, Leslie: Alias the Saint
Drei kurze Erzählungen in einem Band, in dem The Saint eine Rolle spielt. (Nein, wir denken jetzt nicht an die Verfilmung mit Val Kilmer, obwohl ich die mochte, wir denken an die Serie mit Roger Moore. Wie? The Saint ist kein Begriff? Wirklich nicht? Ts.) Man merkt, dass die in einer anderen Zeit geschrieben wurden. Was aber nicht schadet, denn Charteris schreibt immerhin witzig, ironisch und seine Cliffhanger haben durchaus Pfiff und Pepp. Das mit der Flasche voller Erde als Gasmaske – das hat schon was. Hach ja, die Zeiten in denen ger gutgekleidete Gentleman mit Bowler und Anzug durch die Straßen Londons ging… Die Dialoge sind toll, die Plots geschickt gemacht und eine Empfehlung wert.

Pratchett, Terry: Jingo
Wenn Inseln im Meer versinken, dann geht das nicht ohne Drama vor sich. Wenn Inseln aus dem Meer wiederauftauchen, dann – so stellen die Bewohner von Ankh-Morporkh bzw. Vimes fest – geht das auch nicht ohne Drama von statten. Auf einmal ist die Beziehung zwischen Klatch und Ankh-Morporkh empfindlich gestört und es fehlt nur ein Attentat auf den Prinzen von Klatch um das Fass zum Brodeln zu bringen und Vimes zum Heerführer zu machen…
Kann man getrost allen Dumpfbacken in die Hand drücken, die meinen, dass sie besser als andere wären.

Das ABC der Harmonielehre
Die Hauptpersonen in diesem munteren Stücklein nennen sich Tonika, Dominante und Subdominante. Diese spielen einen gar munteren Reihen mit ihren Vettern den Mollparalellen, den Gegenklängen und der Sixte-Ajoute. Der Plot entwickelt sich von recht schlichten Ausgangsmöglichkeiten hin zu raffinierten Klängen und mündet am Ende eventuell sogar in ein Happyend mit den Initiatialen D-S-T. Oder D-Sp-T. Man könnte auch noch eine Neun oder eine Elf dazufügen…
(Na kommt – was soll ich über eine Harmonielehre schon groß schreiben? Nicht, dass ich mich an diese Regeln beim Schreiben meiner Sätze IMMER halten würde. Ich gehe vom KLANG aus, aber Handwerkszeug sollte man schon etwas wissen. Leider. Dominantsextnonakkorde – wer denkt sich diese Namen nur aus?)

Collins, Wilkin – The Woman in White
Das lese ich zur Zeit wenn ich mal NICHT in Fachbüchern meine Nase stecke. Oder in irgendwelche Aufsätze. Oder in Aufsätze, die sich IN Fachbüchern befinden. Ihr habt das Bild, gelle?
Nun ja. Liest sich momentan ganz nett. Etwas weitschweifig wie etliche Romane der Ära – wir schreiben hier von viktorianischen Romanen. Das Ding ist so dick wie zwei Ziegelsteine. Auf englisch. Ihr wißt doch wie englische Taschenbücher gesetzt sind?
So ganz den Kick habe ich noch nicht empfunden, aber die Hauptpersonen sind auch gerade erst vorgestellt wurden – so auf Seite 25 oder so… Kann dauern.

Eliot, George: Middlemarch
Das scheint mir eher zu liegen. Lese ich wenn ich nicht in Fachbüchern lese oder in dem obigen-genannten. Bin auf Seite 20. Genauso dick wie “The Woman in White”, fast dieselbe Epoche, aber ein historisch-historischer Roman. (Nein, erkläre ich jetzt nicht.)