Ich kann das Gejammere in der Fandomszene über den mangelnden Nachwuchs einfach nicht mehr hören. So sorry, meine Lieben, wirklich, aber ihr wißt: Ich spiele schon seit Jahren (oh ja, man schaue mal auf das Datum des Artikels von mir) die Stimme des Predigers in der Wüste und versuche euch mitzuteilen, dass das Problem eben nicht NUR auf der einen oder anderen Seite liegt. Weder sind die bösen Jugendlichen dran schuld, die heute keine ordentliche Literatur mehr lesen, noch sind es die Fanclubs, die keine interessanten Angebote haben. Im Gegenteil: Gerade Fanclubs haben interessante Angebote. Das Problem? Keiner weiß wie man die richtig vermittelt… Sprich: Kein Jugendlicher kann sich vorstellen wie “cool” diverse Angebote sind – WEIL DIE KEIN JUGENDLICHER KENNT! Schreiben wir doch wie es ist.
Wenn Fanclubs ein Problem mit den Nachwuchs haben, sollten sie gefälligst sich auf den Hosenboden setzen und das machen, was jeder normale Mensch eigentlich tut wenn er ein Problem mit Jemanden hat: MIT den Leuten reden, anstatt über sie. Stattdessen werden die ewig gleichen internen Diskussionen geführt. Nichts gegen interne Diskussionen, aber letztendlich kommt man auf Dauer so nun auch nicht weiter. Und desöfteren – wenn ich mir so diverse Forendiskussionen anschaue – kommt man einfach nur auf den Nenner, dass man ja was tun müsste. Ja. Müsste man tun. Man halt. Ach, ich selbst? Ach, der Club an sich? Ähm, moment, so haben wir “man” aber nicht definiert…
Echt jetzt. Wie schwer kann es denn bitteschön sein sich bei seinen Kindern, bei Bekannten, bei Freunden mit Kindern und Jugendlichen mal umzuhören? Sich mal zu den Jugendlichen zu setzen und zu verstehen, wie diese heutzutage ticken? Was tun die heute? Warum interessieren die sich nicht so für Clubs? Haben die Clubs vielleicht einfach nur ein großes Imageproblem? Woran liegt es denn, dass kein Nachwuchs in Clubs eintreten will – und das Phänomen ist ja nun nicht gerade auf Fanclubs beschränkt, da gibts etliche Vereine und Organisationen, die genau wie die SF-Fanclubs dauernd über die Dunkelheit jammern aber nicht den Mut haben mal eine Kerze zu entzünden und vielleicht mal neue Wege einzuschlagen.
So sorry, ihr Lieben, wirklich, aber ich schreibe euch das jetzt zum letzten Mal in euer Stammbuch: Entweder ihr geht auf die Leute zu oder die Leute gehen von euch weg. So einfach ist das heute. Da ist nicht das böse Internet dran schuld, auch wenn sich die Fandomszene etwas verlagert hat. Selbst wenn: Warum habt ihr denn keine StudiVZ-Gruppe? Warum habt ihr noch Homepages, die teilweise aussehen als hätte man sie handgeklöppelt? Warum nutzt ihr nicht Youtube? Warum nicht Flickr? Warum um alles in der Welt verschließt ihr euch diesen Möglichkeiten?
Ich vermute es zu wissen und ich weiß, das klingt jetzt alles hart auf das erste Lesen hin, aber ich glaube, ihr habt einfach nur Angst. Angst vor diesen neuen Angeboten, die ihr nicht versteht. Meine Güte – dann lasst euch die doch erklären um Himmelswillen. Jugendliche von heute nutzen schon längst Angebote des sogenannten Web 2.0. Und ihr, ihr denkt dass das Onlinestellen von PDFs alleine schon ein toller Fortschritt ist?
So sorry, ihr Lieben: Ich habe von eurem Gejammer genug. Das Problem besteht schon seit Jahren und ihr wißt nicht, was ihr dagegen tun sollt. Ja, dann holt euch doch Rat, verdammtnochmal. Aber belästigt mein Ohr bitteschön nicht mehr mit endlosem Gejammer über die Dunkelheit und darüber, dass früher alles besser war. Dann geht halt sterben. Aber bitte leise.
28. Mai 2008 at 2:57
Andererseits gibts dann wieder offenbar das Aufblühen von den kleineren, intimeren Treffen wie z.B. an diesem Samstag… Was ja eine Entwicklung ist, die ich sehr begrüße.
Vielleicht geht das Fandom auch wieder mehr dahin: Zu den etwas ungezwungeneren Treffen und zu den intimeren Möglichkeiten, die solche “Stammtische” bieten. (Wenn ich die Zukunft vorhersehen würde, würde ich Lotto spielen.)
28. Mai 2008 at 2:52
Sehen wir mal davon ab, dass momentan die Umstellung auf dieses G8-Abi den Schülern oftmals sowieso noch mehr Zeit wegnimmt, die sie für ihre Hobbies brauchen – weswegen im TCE nämlich die Perry-Rhodan-Rezis in Zukunft eventuell komplett wegfallen werden weil der Betreffende davon betroffen ist.
Dass es DAS Fandom nicht mehr gibt ist eine Erkenntnis, die offenbar noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. Mittlerweile scheint man ja wenigstens akzeptiert zu haben, dass auch SF-TV-Serienfans selbstverständlich dazugehören. Nur alleine DAS hat ja gedauert.
Ich sehe auch für das oder die Fandom/s nun nicht schwarz, im Gegenteil: Es wird immer Leute geben, sie sich für bestimmte Dinge begeistern und die “fanatisch” für ihre Belange eintreten. Ob die Clubs überleben werden, wenn sie wie der SFCD ernsthaft heute noch darüber diskutieren was denn auf einer Homepage draufzusein hat bzw. es momentan keine Homepage GIBT sondern die lahmgelegt wurde und man noch nicht mal auf die Idee gekommen ist ein Myspace-Profil oder sonstwas anzulegen, hallo? – dann frage ich mich manchmal wirklich, ob entweder ICH in der falschen Realität lebe oder ob es die ANDEREN sind. (Könnte man mir mal jemand den Dick reichen?)
26. Mai 2008 at 9:55
Alex: Ich habe mal den Link zu einem Artikel von mir nachgetragen, der 2003 erschienen ist… Geändert hat sich in den vier Jahren nichts, beim letzten Colonia-Con hätte das Thema ja sogar als Panel-Diskussion hergehalten, allein es fiel leider aus…
26. Mai 2008 at 5:56
Ich glaube gar nicht mal so sehr, dass ein Problem von mangelnden Angeboten ist. Sicherlich ist das Fandom nicht gerade präsent im Netz und Klagen gibt es in allen Bereichen, selbst so Größen wie die SCA in Amerika klagen über mangelnden Nachwuchs. Auf der anderen Seite gibt es Bereiche die erst vom “klassischen” Fandom belächelt wurden (Anime, Manga, Cosplay, Larp), mittlerweile aber die Gruppen sind, die den meisten Zuwachs haben.