Mai 9, 2008...8:50 Uhr nachmittags

Messiaens Vision vom Ende der Zeiten

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Eines meiner Lieblingsstücke von Messiaen ist ein “Quartuor du fin du temps” - das Quartett auf das Ende der Zeiten. Messiaen war im katholischen Glauben tief verwurzelt und er erfand eine eigene Musiksprache - die ich auch gerne verwende, 12-Ton kann ja jeder. ;-)
Für Messiaen ist die Melodie am Wichtigsten - der Taktstrich ist bei ihm aufgehoben und nur noch Orientierung, wie es früher schon im Mittelalter und der Renaissance war. (Etliche alte Kirchenlieder zeugen noch davon, nicht umsonst gibt es da Schwankungen im Taktmaß… 6/4 sind was anderes als 3/2, auch wenns auf dem Papier so aussieht.)
Messianes langgezogene Melodiebögen, seine Vogel-Zitate in der Musik und die Liturgie des Kristall stimmen, wie schon der Schluss des Requiems, das NICHT mit dem Dies Irae endet, sondern mit dem Agnus Dei - je nachdem, welche Variante man bevorzugt - versöhnlich, nachdenklich und der wirbelnde Tanz der Seraphinen macht immer noch Spaß. Natürlich ist das keine leichte Kost, aber unendlich schön… Und es strahlt eine Ruhe und Gelassenheit aus, die ich momentan bitter nötig habe…

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